Der Genozid als Lösung aller Probleme ?



Wir reden ja zur Zeit viel über den offen zur Schau getragenen Antisemitismus auf Europas Straßen. Zu Recht!.
Wir reden zur Zeit auch viel über den Fanatismus der Hamas und die
offen zur Schau getragene Abscheu gegen Israel. Auch das ist richtig.

Aber über so etwas wird geschwiegen:

“After the IDF completes the ‘softening’ of the targets with its firepower, the IDF will conquer the entire Gaza, using all the means necessary to minimize any harm to our soldiers, with no other considerations.”

“Gaza is part of our Land and we will remain there forever,”

“Subsequent to the elimination of terror from Gaza, it will become part of sovereign Israel and will be populated by Jews. This will also serve to ease the housing crisis in Israel.” (Moshe Feiglin)

http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/15326



Moshe Feiglin ist Mitglied des Likud, der Partei Netanjahus und auch stellvertretender Sprecher der Knesset.

Oder nehmen wir Naftali Bennet, israelischer Wirtschaftsminister und Vorsitzender der Partei HaBayit haYehudi, der auf die Kritik seiner Forderung, alle palästinensischen Häftlinge zu töten, entgegnete:

''Ich habe viele Araber getötet. Da ist nichts falsches dabei!''

Oder die Abgeordnete der Partei HaBayit alYehudi, Ayelet Shaked, die ganz offen den gezielten Mord an den Müttern und ihren Babys in Gaza fordert:

''Sie sind alle unsere Feinde. Ihr Blut sollte in unseren Händen sein. Da gehören die Mütter der Getöteten auch dazu. Sie sollen auch zu ihren Söhnen gehen. Auch ihre Häuser gehören demoliert, damit dort keine Schlangen mehr aufwachsen können!''

http://www.abna.ir/english/service/middle-east-west-asia/archive/2014/07/17/624580/story.html



Auf Facebook schreibt Shaked:

''Das ist kein Krieg gegen den Terror, den Radikalen oder der palästinischen Führung. Das ist ein Krieg zwischen zwei Völkern. Wer ist der Feind? Das palästinische Volk! Warum? Fragt sie, sie haben angefangen.''

Das ist die Sprache des Hasses, da wird offen zum Genozid aufgerufen. Von Ministern, von Abgeordneten, von Vertretern eines Parlaments, das für sich in Anspruch nimmt, nach demokratischen Regeln vorzugehen und die Menschenrechte zu achten. Und die Offiziellen hierzulande schweigen dazu.

Ich kann Dieter Graumann  und Charlotte Knobloch und alle anderen, die besorgt sind über die derzeitige antisemitische Entwicklung verstehen. Ich bin es auch.

Aber man kann es auch nicht schön reden und auch nicht verharmlosen, solche Äußerungen, wie die oben zitierten - und das sind nur ein paar von vielen - sind nicht geeignet, Verständnis für die israelische Politik zu fördern. Das Gegenteil wird der Fall sein.

Und ich würde mir von den Graumanns und Knoblochs, den Merkels und allen anderen wünschen, dass sie sich sich irgendwann einmal klar, unmissverständlich und eindeutig auch von solchen Hasstiraden und unverblümten Aufrufen zum Völkermord distanzieren würden.

Solange so etwas immer wieder systematisch unter den Teppich gekehrt wird, so lange darf man sich nicht wundern, wenn einem Misstrauen entgegen gebracht wird und dem Antisemitismus neue Blüte widerfährt.
Man kann nicht von einer Seite etwas einfordern, was man selbst nicht bereit ist, zu geben. Rassismus bekämpft man durch ein Miteinander, nicht durch gegenseitige Schuldzuweisungen.


gvg   




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