Naher Osten - So nah und doch so fern

Wenn Vernunft von Gewalt besiegt wird

Menschenrechte sind unteilbar!


Jetzt, da nun in Palästina wieder einmal die Waffen sprechen, statt der Menschenverstand, fühlen sich hierzulande die Aktivisten der einen, wie der anderen Seite berufen, von weit weg, aus der vermeintlich sicheren Distanz heraus ihre Positionen zu beziehen.

Überwiegend die, die dieses Land niemals gesehen, geschweige denn betreten haben, noch auch nur den Hauch eines Schimmers erkennen, wie kompliziert sich die tatsächliche Situation dort vor Ort darstellt. Und wenn sie einmal da waren, dann höchstens in abgeschotteten Touristenburgen am Meer. Aber wer traut sich in die Westbank, hat eine Möglichkeit nach Gaza zu kommen?

Foto: AFP

 Wer von denen setzt sich hin und versucht, mit beiden Seiten zu reden, sie vielleicht zu verstehen? Auch in ihrer Abneigung für die "andere" Seite.

Es bringt auch nichts, immer wieder aufs Neue mit dem Finger auf den oder jenen zu zeigen und zu behaupten, der habe angefangen, der sei Schuld.

Das ist das Spiel, das in Palästina seit Jahrzehnten betrieben wird. Vom radikalen militanten Arm der Hamas genauso, wie von den radikalen fanatischen israelischen Gruppierungen.
Beide Seiten betreiben eine Blut und Boden Politik, die dazu auch noch von religiösen Fanatikern angeheizt wird. Von muslimischen Fanatikern ebenso, wie von jüdischen. Getrieben von einem mörderisch vernichtendem Hass, der einem auf beiden Seiten oft unvermutet entgegen schleudert. Rational für einen Außenstehenden oft kaum begreifbar.

Die Opfer dieser gegenseitigen, immer wieder aufgebauten und bewusst geschürten Konfrontations- und Gewaltspirale, ob nun von der Führung der Hamas oder der Regierung von Bibi "Coyote. E" Netanjahu und dem rechtsradikalen faschistischen Flügel in der Knesset bewusst gesteuert, sind die Menschen in ganz Palästina. Im Kernland Israel genauso, wie in den besetzten Gebieten unter den Palästinensern.

Wir sollten von hier aus diesen gegenseitigen Hass nicht auch noch schüren, indem wir uns auf die eine oder andere Seite stellen, denn beide Seiten haben den falschen Weg eingeschlagen.

Gerade wir in Deutschland, vor allem mit der Verantwortung, die wir aus den Gräueln der Nazizeit zu übernehmen haben, dürfen uns nicht für die eine oder andere Seite entscheiden, sondern wir sollten daran arbeiten, dass dieser Hass ein Ende findet und Israelis, wie Palästinenser friedlich in diesem Land nebeneinander leben können. Etwas, was die meisten Menschen, ob in Haifa, Tel Aviv, Jerusalem, Gaza, Ramallah sich herbeisehnen.

Wir helfen diesen Menschen nicht, wenn wir, aus welchen Motivationen oder sinnlosen Schuldgefühlen heraus die eine oder andere kriegstreibende Partei dort unterstützen. Das gilt auch für die jüdischen Gemeinden in Deutschland, wie für die hiesigen Vertretungen der Palästinenser. Menschenrechte sind nicht teilbar.

Wir sollten das Ganze im Auge haben und dazu gehören jüdische und arabische Israelis, genauso, wie Drusen, Christen und muslimische Palästinenser, denn dieses kleine Land ist die Heimat aller.


gvg    

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