Eine Träne für Kobanê


DIE LINKE hat die Solidarität entdeckt  -  in Hamburg sogar im Schulterschluss mit den Mahnwachen



Das glauben Sie jetzt nicht. Doch DIE LINKE hat sich in ihrem Friedenseifer austricksen lassen und nun wird neben anderen, wie Jan van Aken auch Gunda Weidmüller friedensbewegte Sätze feilbieten. Die nun wiederum unterstützt die Hamburger Mahnwache und auf der tummeln sich, wie allseits bekannt, gerne Reichsbürger, Chemtrailer, Anhänger von Verschwörungstheorien, fanatisierende Putinesen und manchmal schauen auch Neonazis nach dem rechten.

Eigentlich soll ja angeblich eine Anfrage DER LINKEn in der Hamburger Bürgerschaft zu den Mahnwachen laufen und auch der Bundesvorstand distanziert sich klar von den montäglichen öffentlichen Stammtischen, aber scheinbar interessiert das die Hamburger LINKE nicht mehr. Offenbar auch nicht, dass sich einer der Hintermänner der Hamburger Mahnwache, Andreas Grünwald, DKP (das sind die Ewiggestrigen mit dem Leninkonterfei überm Gelsenkirchener Barock und unterm Bett warten wahrscheinlich Marx, Engels und der nette Herr Stalin auf ihre fröhliche Wiedererweckung. Ganz Eiserne haben vielleicht auch noch Ulbricht und Honny dazugelegt) ganz offen rühmt, wie er DIE LINKE in Hamburg aufs Kreuz gelegt hat.


 


Die Schmerzgrenze DER LINKEn muss wohl unendlich sein, wenn man sich öffentlich derart vorführen lässt. Aber es geht ja um Frieden und da muss man schließlich, ob man nun will oder nicht, auch die andere Wange hinhalten. Auch wenn es patsch macht und wehtut. Da erst zeigt sich der wahre LINKE. Oder die.  Aber nun zurück zur Solidaritätsbekundung.


Jetzt scheint sich ja der 1. November zum neuen Solidaritätstag für Kobanê zu entwickeln. Bis auf Jürgen Elsässers geplanten Rechtsfrontaufmarsch am Brandenburger Tor. Er und seine neuentdeckten braunen Horden, die sich gerade in Köln austoben durften, träumen ja neuerdings eher von einer Reichskristallnacht reloaded, wobei denen egal sein dürfte, was da brennt, ob Synagoge oder Moschee. Hauptsache, es brennt was. Reichstag wäre doch auch was, Herr Elsässer. Dem tut das nicht mehr so weh, der kennt das schon und einen Schuldigen finden Sie auch bestimmt, da gehe ich jede Wette ein.


Nun, Solidarität ist ja an sich eine feine Sache. Kann man sich so schön auf den Bauch pinseln, an die Fahnen heften und hinterher immer wieder betonen, seht her, wie solidarisch wir jetzt sind oder waren. So was ist doch was Schönes fürs Poesiealbum, heutzutage Homepage genannt. Und so das eine oder andere telegene Tränchen kann man dabei auch verdrücken. Macht sich gut für "Leute heute" und das "Morgenmagazin".

Eines aber ist Solidarität nicht. Eine wohlfeile Beute auf dem Jahrmarkt der politischen Eitelkeiten, auf die man sich stürzt, wie die Aasgeier, und jeder will das größte Stück abhaben und triumphierend nach Hause tragen um es stolz vorzuzeigen  und damit hausieren zu gehen.


Das Interessante dabei ist ja, die, mit denen man mal zwischen 14 und 18 Uhr solidarisch sein will, werden gar nicht erst gefragt, ob sie mit diesen plumpen Annäherungsversuchen einverstanden sind. Nein, die werden einfach vergenußwurzelt. Man könnte auch vergewaltigt sagen, das andere aber klingt konzilianter und kommt auf das selbe hinaus.

Falls es die passiven Friedensaktivisten jeglicher Couleur vielleicht noch nicht begriffen haben, aber die Peschmerga, die PKK und YPK, YPG-Kämpfer im Irak, in der Türkei, Syrien und vor allem in Kobanê kann man mit diesem gutmenschlich deutschen Solidaritätsgesäusel höchstens gepflegt am After schmatzen.


Die brauchen zunächst medizinische Unterstützung, Verpflegung und vor allem brauchen die Munition und Waffen. Schwere Waffen und nicht Flintenuschis verrosteten NVA-Schrott. Und irgendwann brauchen die endlich ihren eigenen Staat, um den sie seit Jahrhunderten betrogen wurden. Heckler & Koch, Rheinmetall, Krauss Maffei würden ja wahrscheinlich gerne liefern, dürfen aber nicht. Das will der Erzengel der Waffenexporte, Gabriel wieder nicht, der steht ja bei den Saudis und den Golfscheichs voll im Wort. Haben mit Frieden zwar auch nichts am Hut, dafür zahlen sie besser.

Und während hier die Solidaritätsmafia im schmucken Sonntagsstaat auf friedensgeschwängerten Ringelpietzveranstaltungen ihr nicht vorhandenes Gewissen zu beruhigen versucht und ihre Profilneurosen auslebt und zur Schau trägt, sind die dort in Kobanê mitten drin im Krieg und kämpfen ums nackte Überleben. Und während die selbsternannten Friedensengel sich auf den Alibiveranstaltungen die Klinken und Mikrophone in die Hand und Tränchen aus den Augen drücken, kämpfen die Menschen in Kobanê für ihren Frieden. Mit Waffen, statt leeren Worthülsen. Und sie müssen kämpfen, weil sie gar keine andere Wahl haben. Aber das blenden die realitätsfernen Friedenswichtel ja völlig aus. Die lassen die Menschen mit kaltem Kalkül lieber krepieren, statt nur ein Yota von ihrer Utopie abzuweichen.


Da darf man sich schon fragen, wer da perfider, verabscheuungswürdiger ist, Die, die ums nackte Leben kämpfen und die, die sie dabei tatkräftig unterstützen wollen, oder nicht doch eher die, die sie nur benutzen und verrecken lassen, um tanzend ihr goldenes Friedenskalb anzubeten, das sich beim näheren Hinschauen nur als trojanisches Stinktier entpuppt.


Und das ist dann das Ergebnis dieser pseudofriedensbewegten Gefühlsduselei. Aber das will ja keiner wahrhaben, sehen schon gar nicht.


"A Syrian Kurd woman, member of The People’s Protection Units (Yekîneyên Parastina Gel – YPG) who was fighting for his family has been beheaded by takfiri terrorist of ISIS in Kobani." Quelle: shia post


Was wünscht man da den deutschen Friedensschwangeren am besten?  Süße Friedensträume und ein langes Leben?


gvg     








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